Sunday, 05 September 2010
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Die Tradition

Am 17. November 1905 gründeten 12 Fußballbegeisterte einen Verein, dem sie den Namen "FC 05 Uerdingen" gaben. Der Verein erspielte sich in den kommenden Jahren eine regionale Bedeutung, doch erst nach der Fusion mit der Betriebssportgruppe der ebenfalls ortsansässigen Bayer AG und der damit verbundenen Umbenennung in "FC Bayer 05 Uerdingen" begann der langsame Aufstieg in höhere Spielklassen.Ein erster Aufstieg in die Bundesliga gelang im Jahr 1975, das gleiche Kunststück vollbrachten die Krefelder in den Jahren 1979 und 1983. Insgesamt spielte Bayer 05 Uerdingen 14 Jahre im Fußballoberhaus, doch nicht diese Erfolge, die bis zum Abstieg 1991 anhielten, sind für immer mit dem Verein verbunden, vielmehr sind es zwei Pokalbegegnungen, an die sich jeder erinnert, der sie miterleben durfte oder auch nur von ihnen gehört hat.

Am 26. Mai 1985 trafen im Endspiel um den DFB-Pokal die Mannschaften des FC Bayern München und des FC Bayer 05 Uerdingen aufeinander. Niemand unter den Zuschauern im Berliner Olympiastadion oder vor den Fernsehern hatte wohl ernsthafte Zweifel, daß die Münchner, soeben mit erheblichem Vorsprung Deutscher Meister geworden, nun auch das Double in Besitz nehmen würden. Doch am Ende stand es 2:1 für die Truppe vom Niederrhein, die sich damit die Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger ehrlich verdient hatte.

Hier traf man am 19. März 1986 im Viertelfinale auf die Mannschaft von Dynamo Dresden, und schon die Konstellation eines deutsch-deutschen Ausscheidungskampfes versprach einige Spannung. Es sah nicht gut aus für Bayer Uerdingen, das Hinspiel im Rudolf-Harbig-Stadion wurde glatt mit 2:0 an die Elbestädter abgegeben, und zur Halbzeit des Rückspiels lagen die Mannen von Trainer "Kalli" Feldkamp ebenfalls bereits mit 1:3 hinten. Nun wären also schon fünf Tore in einer Halbzeit notwendig gewesen, um die Uerdinger im Wettbewerb zu halten, und wie sollte das zu schaffen sein? Darüber diskutieren Fußballfreunde und -journalisten noch heute, fest steht, daß die Niederrheiner sogar sechs Tore schossen, das Spiel mit 7:3 gewannen, die Dresdner aus dem Wettbewerb warfen, und mit diesem Match nicht nur das "Spiel ihres Lebens" absolviert hatten, sondern nach einer Umfrage bei 200 Spielern, Trainern und Sportberichterstattern im Januar 2007 sogar das "Größte Fußballspiel aller Zeiten" abgeliefert hatten.

Leider wurden die Zeiten für den Traditionsverein von der Grotenburg nach diesem Triumph wieder rauher, 1991 stieg man erneut aus der Bundesliga ab und der namensgebende Großsponsor zog sich 1995 aus dem Verein zurück. Der numehr in Krefelder Fußballclub 05 Uerdingen umbenannte Verein mußte 1996 zum bislang letzten Mal den Weg in die Zweitklassigkeit antreten und dauernde finanzielle Probleme sorgten dafür, daß auch in der Regionalliga kein ruhiger Neuaufbau möglich war. Vielmehr geriet der Verein schon 2003 und 2005 in die Insolvenz, im zweiteren Jahr sogar verbunden mit einem Lizenzentzug durch den DFB und dem Zwangsabstieg in die Oberliga.

Auch jetzt, zum Jahreswechsel 2007/2008, sieht es wieder schlecht aus für den KFC 05 Uerdingen, es droht sogar die Auflösung des Clubs. Wer aber daran glaubt, daß der Club, für den bekannte Spieler, wie Matthias Herget, Manni Burgsmüller, Simon Jentzsch, die Brüder Wolfgang und Friedhelm Funkel und viele, viele andere die berühmten Stiefel geschnürt haben, daß dieser Club gerettet werden muß, der sollte sich jetzt beteiligen und mithelfen, die Tradition zu retten.

 

 
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